CoolingSpots

Über CoolingSpots

Motivation für dieses Projekt

Grundsätze dieser Webseite

  • Ehrlich statt beeindruckend: die Kühle wird in eine Spanne eingeteilt, nicht in Grad-Zahlen. Ein exakter Kühlgrad wäre ein Versprechen, das sich nicht halten lässt.
  • Kostenlos: für alle Besucherinnen und Besucher, und ebenso für Gemeinden und Kantone, welche die Karte einbetten oder als Inspiration nutzen. Kein Konto, kein Login.
  • Datensparsamkeit und Privacy by Default: der Standort wird nie gespeichert oder weitergegeben.
  • Alle Daten stammen aus offenen Quellen (ESA WorldCover, Copernicus, OpenStreetMap, swisstopo) und sind sichtbar attributiert - nachzulesen unter "Lizenzen & Quellen".

Methodik: woher die Kühle-Stufe kommt

Karte lesen

  • Je kühler ein Ort, desto grösser und dunkler sein Marker - die drei Stufen entsprechen der Legende.
  • Das Symbol im Marker zeigt die Art des Orts: Nadelbaum für Wald, Laubbäume für Park, Wellen für Badeplätze und Freibäder, dazu eigene Symbole für Wasserfall, Schlucht, Höhle, Hochlage (Berg) und Friedhof (Blume).
  • Ein Tipp auf einen Marker öffnet die Details mit den Kühle-Gründen - inklusive Route dorthin und Teilen.

Wie die Kühle berechnet wird

Die Kühle-Stufe kommt aus echten Karten- und Satellitendaten. Das macht einen Ort kühl:

  • Schatten: Kronen- oder Geländeschatten hält die Sonne ab - ein dichtes Blätterdach (Kronendichte aus Satellitendaten) oder eine tief eingeschnittene, nordexponierte Lage zählen gleich.
  • Wasser: die Nähe zu Bach oder See kühlt die Luft.
  • Gelände: höhere Lagen sind kühler.
  • Gletscher: Eis in der Nähe bringt kalte Luft.
  • Bebauung: viel Siedlungsfläche rundherum speichert Hitze und gibt Abzug.

Du bekommst eine klare Kühle-Stufe von angenehm bis deutlich kühl, samt den Gründen dahinter.

Bei grosser Hitze gilt zuerst der Rat der Behörden: Mittagssonne meiden, viel trinken, auf Kinder und ältere Menschen achten. Bei Trockenheit auf Waldbrandgefahr und lokale Feuerverbote achten.

Details: Formel, Datenquellen und Grenzen

Der Score ist Arithmetik auf offenen Daten: Pixel zählen, Distanzen und Winkel berechnen. Kein trainiertes Modell. Eine Ausnahme bilden Höhlen.

  • Bewertet werden Wald, Park, Friedhof, Badeplatz, Wasserfall, Schlucht, Höhle und Hochlage aus OpenStreetMap. Flächen zählen ab 5 ha, Friedhöfe ab 2 ha, je ein Punkt pro Fläche. Wald und Park erscheinen nur mit belegter Kühle: Kronendach ab 40%, Geländeschatten, Wasser in unmittelbarer Nähe, Gletscher in der Nähe oder Höhenlage ab 2000 m. Badeplätze und Höhlen erscheinen immer.
  • Kronendichte: ESA WorldCover, eine freie Landbedeckungskarte, in der jedes 10-m-Pixel eine Klasse trägt (Baum, Wiese, Acker, bebaut). Gezählt werden die Baum-Pixel in einem Fenster von 21 mal 21 Pixeln um den Ort: 380 von 441 ergeben eine Kronendichte von 0.86. Das Raster ist in Grad angelegt, das Fenster misst in der Schweiz rund 195 m in Nord-Süd- und 133 m in Ost-West-Richtung.
  • Wasser: Distanz zum nächsten Bach oder See aus OpenStreetMap, gesucht bis 500 m. Die Wirkung halbiert sich etwa alle 100 m.
  • Gelände: Höhe über Meer aus dem Copernicus-Höhenmodell. Der Wert steigt ab 300 m linear und ist ab 1500 m voll. Die Luft kühlt sich mit der Höhe um rund 6.5 Grad pro 1000 m ab.
  • Bebauung: Anteil von Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieflächen aus OpenStreetMap im Umkreis von 200 m. Bebaute Flächen speichern Wärme und senken den Score.
  • Geländeschatten: Liegt ein Ort deutlich tiefer als seine Umgebung (acht Richtungen im Radius von 500 m aus dem Höhenmodell) oder an einem Nordhang, zählt das im selben Schatten-Faktor wie das Kronendach. So erreichen auch baumlose Orte wie Schluchten und Nordhänge eine Kühle-Stufe.
  • Gletscher: Eis in weniger als 2 km Entfernung ergibt einen Zuschlag von bis zu 10%, mit der Distanz abnehmend.
  • Höhlen: fester Wert statt Messung. Höhlenluft nimmt die Temperatur des Gesteins an, und das Gestein führt das Jahresmittel der Oberfläche in die Höhle - unabhängig von Kronendach und Bebauung, also von den Grössen, die hier gemessen werden. Höhlen erhalten deshalb Stufe 3. Einschränkungen: im Eingangsbereich schwankt die Temperatur mit dem Wetter, und das Niveau hängt von der Höhenlage ab. Eine Höhle auf 2000 m ist kälter als eine im Mittelland.
Sentinel-2-Satellitenbild des Sihltals: dunkler dichter Wald, hellere Felder, Zürichsee und Sihl
So sieht der Satellit das Sihltal: dunkles, dichtes Kronendach (Sihlwald) bedeutet viel Schatten - helle Felder wenig. Fluss und See kühlen zusätzlich. Sentinel-2 cloudless von EOX - enthält modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten

Score = 40% Schatten + 30% Wasser + 20% Gelände - 20% Bebauung, plus bis zu 10% Gletscher-Zuschlag. Schatten bedeutet Kronendach oder Geländeschatten, beide zählen in denselben Faktor. Die Stufen folgen festen Schwellen: ab 66 von 100 Stufe 3, ab 48 Stufe 2, darunter Stufe 1. Feste Schwellen bedeuten, dass eine Stufe überall dasselbe aussagt, auch im Flachland. Das Abzeichen "Kühler als die Umgebung" markiert Orte, die kühler sind als die meisten im Umkreis von rund 12 km.

Grenzen: Die Stufen sind ein ordinaler Vergleich, kein Thermometer, deshalb werden keine Grad-Zahlen angegeben. Orte nahe einer Schwelle können auf beide Seiten fallen. Der Wert beschreibt die typische, naturbedingte Kühle einer Fläche aus statischen Daten, nicht den Schatten zu einer bestimmten Uhrzeit. Die Umgebung wird in einem Fenster von rund 130 bis 200 m gemessen, die Angabe ist also regional und nicht strassengenau. Oberhalb der Baumgrenze kann lichter Bergwald überschätzt werden. Temporäre und saisonale Gewässer bleiben aussen vor, weil kleine Bäche in Trockenperioden wenig Wasser führen. Eine enge Schlucht ist tagsüber beschattet, staut nachts aber Wärme - gemeint ist die Tages-Kühle.